Mom Talk: Darum macht uns unsere Beautybranche krank...



Ich denke momentan viel über Selbstliebe, Abgrenzung und seelische Gesundheit nach...


Deshalb möchte ich in diesem Blogpost ein wichtiges Thema ansprechen, welches mich immer wieder beschäftigt.



Beim Blick in den Spiegel, habe ich bisher überwiegend Dinge gesehen, die mich an mir störten: Dunkle Augenringe, meine Grösse, Schlupflider, Doppelkinn, zu schwabbelige Arme, zu viel Bauch. Wenn mir jemand gesagt hat, dass das Blödsinn sei, war das womöglich wirklich aufrichtig gemeint – aber es fiel mir schwer, das anzunehmen...


Schon beeindruckend, wie schlecht man sich selbst machen kann, entgegen aller Vernunft. Warum ist dieses Gefühl so stark – und wie kann man es beeinflussen?


Die Beautyindustrie ist schuld


Das ständige Streben nach Schönheit ist nicht gerade günstig. Jedes Jahr geben Frauen Milliarden für schönes Haar, lange Wimpern und seidenweiche Haut aus.

Viele der geläufigsten Schönheitsbehandlungen haben vor einem Jahrhundert noch gar nicht existiert. Die Wahrheit ist, dass unsere Erwartungshaltung gegenüber weiblicher Schönheit zum grössten Teil durch unsere Werbung & Sozialer Medien geprägt wurde. Uns Frauen werden täglich irgendwelche “Makel” eingeredet. Natürlich gibt es für jeden einzelnen Schönheitsfehler das passende “Heilmittel”...


4 Unsicherheiten, die wir Frauen der lieben Werbung zu verdanken haben



Nr. 1 Körperbehaarung ist hässlich und unappetitlich


Die Medien zeigen Frauen ausschliesslich ohne Körperbehaarung und wenn eine Frau es doch wagt, ihre Behaarung zu zeigen, wird sie verhöhnt.

Die Achsel & die Bikinizone sollte so glatt sein wie ein Babypopo. Wehe an den Beinen sind dunkle Stoppeln zu erkennen...


Heute ist die Entfernung von Körperbehaarung nicht mehr aus dem Alltag der Frau wegzudenken.

Laut einer Studie fühlen viele von ihnen sich aufgrund von sozialen Maßstäben dazu verpflichtet oder empfinden ihre Körperbehaarung als nicht feminin.



Nr. 2 Cellulite ist eklig. Sie muss eliminiert werden


Orangenhaut, Cellulite, Zellulitis - Wie man es auch nennt, über 80 % der Frauen sind davon betroffen. Früher galten füllige Frauen als hübscher und Maler brachten ihre Kurven auf die Leinwand - inklusive Cellulite. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden weibliche Formen im öffentlichen Bild immer schlanker - Cellulite wurde als "Schönheitsmakel" anerkannt.

Mediziner belächelten die plötzliche Angst vor Cellulite und nannten es eine “erfundene Krankheit”.


Cellulite gilt noch immer als ein unbesiegbarer Feind. Natürlich lässt sich der Kampf gegen die ungeliebten Dellen extrem gut vermarkten. Wir Frauen geben viel Geld für Produkte & Behandlungen aus, die unzureichend getestet sind und das Problem auch langfristig nicht bekämpfen. Teure Cremes, entwässernde Medikamente, Schröpfmassagen versprechen "Heilung".



Nr. 3 Unsere Wimpern sind nicht lang genug


Die Tradition des Wimpern-Nachdunkelns reicht bis weit in die Geschichte zurück. Frauen benutzten die verschiedensten Substanzen, von Holunderbeeren bis Naturharz.

Kosmetische Produkte für Wimpern kamen erst im 20. Jahrhundert auf, als die Firma Maybelline gegründet wurde und die erste Mascara auf den Markt kam.


Als Mascara-Produkte sich verbreiteten, fingen die Firmen an, mit den verlängernden und volumisierenden Eigenschaften ihrer Produkte zu werben. Wer aber genau hinschaute, bemerkte sofort, dass die Models künstliche Wimpern darunter trugen.


Heutzutage ist Mascara bereits „veraltet“: Wimpernverlängerungen erleben Hochkonjunktur.



Nr. 4 Unsere Haut ist zu hell


Im frühen 20. Jahrhundert war das Sonnenbad eine beliebte Verordnung von Hausärzten für die jenste Krankheitsbilder. Die angeblichen gesundheitlichen Vorteile kombiniert mit einem Werbeboom führten zu der verbreiteten Ansicht, dass gebräunte Haut ein absolutes Muss für alle ist, die dazu gehören wollen. Kurz darauf führten Kosmetikfirmen spezielle Sonnencremes ein. Der Bräunungs-Hype erschuf einen neuen Kosmetikmarkt. Sonnengebräunte Haut wurde zu einem Schönheitsideal, das sich bis heute hält. Und das, obwohl bekannt ist, dass das Sonnenbad Gesundheitsrisiken wie Hautkrebs birgt...



Der erste Schritt zur Selbstliebe: Vergleich dich nicht mit anderen!


Ich könnte die Liste endlos weiterführen. Fakt ist doch: Wann hören wir endlich damit auf, alles an uns zu kritisieren? Wann beginnen wir endlich, uns so zu lieben, wie wir sind?


Am besten fangen wir damit an, allen Personen in den Sozialen Medien zu entfolgen, deren Posts in uns ein ungutes Gefühl auslösen oder ein schlechtes Gewissen machen. Nur weil sie teure Reisen unternehmen, in fancy Restaurants gehen, Designerklamotten shoppen oder einen top trainierten Körper haben, führen sie noch lange nicht das bessere Leben als wir. Schnell vergessen wir, das diese Personen uns ihren Alltag nur durch ein winziges Fenster zeigen...



In unserem Leben stehen WIR selber im Mittelpunkt – und darum sollten wir erstmal lernen, für uns selbst zu sorgen, bevor wir auf die anderen schauen.


Eure Stephanie


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